Tarot: 78 Karten und ihre Bedeutungen im Überblick

Laura Becker
Tarot: 78 Karten und ihre Bedeutungen im Überblick
Eine freundliche Frau in einem hellen Oberteil shuffelt lebendige Tarotkarten an einem gemütlichen Tisch.

Geheimnisvolle Bilder, starke Symbole und eine Frage, die dich nicht loslässt: Die 78 Tarotkarten können dir spannende Denkanstöße geben. Doch wie entschlüsselst du ihre Bedeutung? Wenn du den Aufbau verstehst, wird aus dem rätselhaften Stapel ein verständliches System. Entdecke, wie Elemente, Zahlen und Figuren zusammenwirken – und wie du die Karten zur Selbstreflexion nutzt.

78 Karten, zwei Gruppen: So ist Tarot aufgebaut

Ein Tarot-Deck umfasst 78 Karten: 22 gehören zu den Großen Arkana, 56 zu den Kleinen Arkana. Das Wort „Arkana“ leitet sich vom lateinischen „arcanum“ ab und bedeutet „Geheimnis“. Dahinter steht die Vorstellung, durch die Bilder auch verborgene Zusammenhänge und innere Themen zu betrachten.

Die beiden Gruppen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Während die Großen Arkana wichtige Lebensstationen und übergreifende Entwicklungen symbolisieren, greifen die Kleinen Arkana eher kurzfristige Stimmungen und Zustände auf. Für deinen Einstieg lohnt es sich deshalb, zunächst diese Unterscheidung zu verinnerlichen. Du musst nicht sofort jede Karte einzeln auswendig kennen.

Die Kleinen Arkana: Vier Farben voller Symbolkraft

Die 56 Kleinen Arkana verteilen sich auf vier Farben. Gemeint sind damit die Symbolgruppen Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen. Jede Farbe ist einem klassischen Element zugeordnet und richtet den Blick auf einen anderen Lebensbereich:

  • Stäbe stehen für Feuer: Hier geht es um Willen, Tatkraft und die Energie, etwas anzupacken.
  • Kelche gehören zum Wasser: Sie lenken deine Aufmerksamkeit auf Gefühle und Intuition.
  • Schwerter entsprechen der Luft: Ihre Themen sind Gedanken und Ideen.
  • Münzen sind der Erde zugeordnet: Sie betreffen Materielles und praktische Angelegenheiten.

Diese Zuordnung ist dein erster Schlüssel zur Deutung. Schau zunächst auf das Symbol der Karte: Steht eher dein Gefühlsleben im Mittelpunkt, beschäftigt dich eine Idee oder geht es um eine praktische Frage? So gewinnst du Orientierung, bevor du weitere Bedeutungsebenen hinzunimmst.

Ass bis Zehn: Was die Zahlen verraten

Jede Farbe enthält zehn Zahlenkarten, vom Ass bis zur Zehn. Zusammen sind das 40 Karten. Ihre Zahlenwerte tragen jeweils eine eigene symbolische Bedeutung. Die Asse nehmen dabei eine besondere Rolle ein: Sie verkörpern den Ursprung, die Reinheit und die gebündelte Kraft ihres Elements.

  • Ass beziehungsweise Eins: Anfang, Kreativität und klare Energie.
  • Zwei: Zwei Seiten einer Sache, Dualität und Balance.
  • Drei: Wachstum und das Zusammenführen verschiedener Kräfte.
  • Vier: Stabilität, aber auch möglicher Stillstand.
  • Fünf: Wandel und eine neue Entwicklung.
  • Sechs: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft bewusst wahrnehmen.
  • Sieben: Unsicherheit oder eine mögliche Krise.
  • Acht: Veränderung und Abschied.
  • Neun: Fülle und das Erreichen eines Höhepunkts.
  • Zehn: Abschluss und zugleich die Möglichkeit eines Neubeginns.

Praktisch wird dieses Wissen, wenn du Zahl und Farbe gemeinsam betrachtest. Eine Vier bringt das Thema Stabilität oder Stillstand mit; die Farbe zeigt dir, auf welchen Bereich du dabei schauen kannst. Die Zahl allein erzählt also noch nicht die ganze Geschichte.

Die Hofkarten: Wer steckt hinter Bube, Ritter und Co.?

Zu jeder Farbe gehören außerdem vier Hofkarten: Bube, Ritter, Königin und König. Der Bube kann je nach Deck auch Page oder Prinzessin heißen. Diese insgesamt 16 Karten können Personen darstellen, aber ebenso Rollen oder Eigenschaften beschreiben. Sie müssen deshalb nicht automatisch für einen bestimmten Menschen in deinem Umfeld stehen.

  • Bube oder Page: Jugend, Lernen und ein neuer Anfang.
  • Ritter: Bewegung, Tatkraft und entschlossenes Handeln.
  • Königin: Reife, Fürsorge und die Welt der Emotionen.
  • König: Führung, Autorität und Kontrolle.

Spannend wird es durch die Verbindung mehrerer Elemente. Neben dem Element ihrer Farbe besitzen die Hofkarten eine weitere Zuordnung: Könige werden dem Feuer, Königinnen dem Wasser zugeordnet. Hier verschmelzen unterschiedliche symbolische Kräfte miteinander.

Beim König der Kelche treffen beispielsweise die Gefühlswelt des Wassers und die kraftvolle Ebene des Königs aufeinander. Das kann für emotionale Stärke und Kontrolle über Gefühle stehen. Frage dich beim Betrachten einer Hofkarte deshalb nicht nur „Wer könnte das sein?“, sondern auch: „Welche Eigenschaft erkenne ich darin?“

Die Großen Arkana: Bilder für die großen Lebensfragen

Die 22 Großen Arkana werden auch Trumpfkarten genannt. Ihre Nummerierung reicht meist von 0 bis XXI. Eine Sonderstellung hat „Der Narr“, der häufig die Null trägt und sich von den übrigen Karten abhebt.

Hier stehen nicht bloß vorübergehende Stimmungen im Mittelpunkt. Die Bilder verkörpern Archetypen, bedeutende Begegnungen, Prüfungen, Wendepunkte und spirituelle Entwicklung. Zusammen lassen sie sich als Entwicklungsweg lesen: als Reise durch das Leben und das eigene Bewusstsein.

Wenn du dich mit diesen Karten beschäftigst, richte deinen Blick auf das übergeordnete Thema. Welche Veränderung beschäftigt dich? Welche Prüfung fordert dich heraus? So bleibt die Deutung nah an deiner eigenen Situation.

Welches Tarot-Deck passt zu deinem Einstieg?

Die Herkunft des Tarot ist nicht eindeutig geklärt. Als mögliche Wurzeln werden unter anderem Indien, China, Arabien, Ägypten und Spanien genannt. Fest steht: Über die Jahrhunderte nahm das System religiöse, alchemistische, kabbalistische und christliche Einflüsse auf.

Entsprechend vielfältig sind die Decks. Marseiller Tarot und Classic Tarot zählen zu den frühen Varianten mit vergleichsweise einfachen Darstellungen beziehungsweise Holzschnitten. Beim Rider-Waite Tarot, gestaltet von Pamela Colman Smith und konzipiert von Arthur Edward Waite, findest du dagegen auch auf den Zahlenkarten ausführliche Szenen.

Das Crowley-Thoth-Tarot entstand durch Lady Frieda Harris für Aleister Crowley und zeichnet sich durch seine reiche Symbolik aus. Daneben gibt es zahlreiche kreative Varianten, etwa Motherpeace Tarot, Engel-Tarot, I Ging-Tarot, Runen-Tarot oder künstlerische Decks von Salvador Dalí.

Schau dir vor der Auswahl besonders die Bildsprache an: Welche Darstellungen sprechen dich an? Lenormand und Kipperkarten sind zwar verwandte Orakelarten, unterscheiden sich aber im Aufbau und in ihren Symbolen vom Tarot.

Tarot im Alltag: So findest du deinen Zugang

Tarot wird zur Vorhersage genutzt, vor allem kann es jedoch als Spiegel deiner Gedanken, Gefühle und Lebenssituation dienen. Selbstreflexion steht dabei im Vordergrund. Du kannst eine Tageskarte ziehen oder ein Legesystem wie das Keltenkreuz verwenden.

Für einen überschaubaren Einstieg bietet sich die einzelne Tageskarte an. Betrachte erst das Bild, ordne dann die Kartengruppe zu und prüfe bei den Kleinen Arkana Farbe und Zahlenwert beziehungsweise Hofrolle. Frage dich anschließend, welches dieser Themen dich gerade tatsächlich beschäftigt.

Wichtig: Eine scheinbar negative Karte muss dir keine Angst machen. Nutze herausfordernde Symbole lieber als Anlass, deine Situation bewusst anzuschauen und über mögliche Veränderungen nachzudenken.

Fazit: Nicht alles auswendig lernen, sondern Zusammenhänge erkennen

Die 78 Tarotkarten wirken zunächst überwältigend. Doch mit Großen und Kleinen Arkana, vier Elementen, Zahlenwerten und Hofrollen erhältst du ein klares Grundgerüst. Geh Schritt für Schritt vor und verbinde die Symbolik mit deinen eigenen Fragen. Der wertvollste Impuls ist nicht die dramatischste Deutung, sondern ein neuer, ehrlicher Blick auf das, was dich bewegt.

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um diese Website zu betreiben und personalisierte Werbung über Google AdSense anzuzeigen. Notwendige Cookies sind für die Funktion der Seite erforderlich. Marketing-Cookies ermöglichen es uns, relevante Anzeigen zu zeigen. Sie können Ihre Auswahl jederzeit ändern. Mehr erfahren