PSA: Du brauchst unbedingt ein Tarot-Deck in deinem Leben

Geheimnisvolle Bilder, große Fragen – und vielleicht ein echter Aha-Moment für dich! Tarot muss keine Zukunftsdeutung sein: Die 78 Karten können dir helfen, Gedanken zu sortieren und deiner Intuition nachzuspüren. Oder du genießt einfach die wunderschönen Illustrationen. Doch welches Deck passt zu dir? Entdecke die Grundlagen, praktische Tipps zur Auswahl und 20 spannende Kandidaten für deinen Einstieg.
Was in einem Tarot-Deck steckt
Ein klassisches Tarot besteht aus 78 Karten. Die 22 Karten der Großen Arkana sind von 0 bis 21 nummeriert und stehen für übergreifende Lebensthemen. Dazu gehören etwa die Sonne, die Herrscherin und die Hohepriesterin. Ihre Bilder liefern Anknüpfungspunkte für deine persönliche Deutung.
Die übrigen 56 Karten bilden die Kleine Arkana. Hier geht es um Herausforderungen und Erfahrungen des Alltags. Sie verteilen sich auf vier Gruppen: Münzen, Schwerter, Stäbe und Kelche. Bezeichnungen wie Drei der Kelche oder König der Stäbe begegnen dir deshalb in vielen Decks.
Allerdings halten sich nicht alle Gestalter streng an dieses Schema. Manche ergänzen zusätzliche Karten, andere verändern Namen. Das Weaver Tarot verwendet beispielsweise geschlechtsneutrale Bezeichnungen: Aus Königen werden „Rulers“, aus Königinnen „Sovereigns“. Schau deshalb vor dem Kauf auf Aufbau und Begleitbuch.
Von Spielkarten zu deinem persönlichen Denkanstoß
Die Geschichte des Tarots führt über mehrere Stationen. Als möglicher Vorläufer gelten türkische Mamluk-Spielkarten, die nach Westeuropa gelangten. In Italien entwickelte sich das Kartenspiel Tarocchi. Der französische Okkultist Jean-Baptiste Alliette, bekannt als Etteilla, entwarf später ein Deck ausdrücklich zur Wahrsagerei und trug zur Verbreitung dieser Nutzung bei.
Viele Decks orientieren sich am Rider-Waite-Smith Tarot. Daneben sind das Thoth Tarot von Aleister Crowley und das Tarot de Marseille wichtige Bezugspunkte. Alle drei Traditionen arbeiten mit 78 Karten, unterscheiden sich aber in einzelnen Karten und ihrer Gestaltung.
Du musst Tarot nicht als Vorhersage verstehen. Die Karten lassen sich als Spiegel für eigene Gedanken nutzen: zur Selbstreflexion, bei der Meditation oder zum Nachdenken über Entscheidungen. Entscheidend ist, was die Motive bei dir anstoßen – nicht die Vorstellung, ein Bild würde deine Zukunft verbindlich festlegen.
So findest du ein Deck, das dich wirklich anspricht
Vergiss die Suche nach dem vermeintlich einzig richtigen Tarot. Wähle Bilder, bei denen du genauer hinsehen möchtest. Vielleicht begeistern dich leuchtende Farben, vielleicht möchtest du Menschen entdecken, in denen du dich wiedererkennst. Dank unabhängiger Gestalter und Crowdfunding reicht die Auswahl von reduzierter Zeichenkunst bis zu opulenten Fantasiewelten.
- Für deinen Einstieg: Achte auf ein verständliches Begleitbuch mit Kartendeutungen und einfachen Legemustern.
- Für deinen Geschmack: Entscheide, ob dir klassische Symbolik oder eine freie Neuinterpretation näherliegt.
- Für deinen Alltag: Überlege, ob dein Deck zu Hause bleiben oder unterwegs dabei sein soll.
20 Tarot-Decks: Welches erobert deinen Kartentisch?
1. The Cosmo Tarot: unkompliziert loslegen
Collagen voller Ausdruck treffen auf ein Begleitbuch von Sarah Potter. The Cosmo Tarot wurde ausdrücklich für Anfänger entwickelt. Wenn du dir einen zugänglichen Einstieg wünschst und visuell gern etwas zu entdecken hast, lohnt sich dieser Kandidat.
2. Mystic Mondays Tarot: Farbe, bitte!
Grace Duong setzt auf kräftige Farben und eine optimistische Bildsprache. Das über Kickstarter finanzierte Mystic Mondays Tarot verbindet auffällige Gestaltung mit Anleitungen zum Kartenlesen. Eine eigene App ergänzt das Deck – spannend, wenn du auch digital stöbern möchtest.
3. The Rider-Waite-Smith Tarot Deck: der Klassiker
Du möchtest die Bildwelt kennenlernen, auf die sich zahlreiche andere Decks beziehen? Dann führt kaum ein Weg an Rider-Waite-Smith vorbei. Die prägenden Illustrationen stammen von Pamela Colman Smith, deren Beitrag lange zu wenig Aufmerksamkeit erhielt.
4. Ethereal Visions Illuminated Tarot Deck: glänzender Auftritt
Handgezeichnete Motive, Jugendstil-Anklänge und Goldfolienprägung: Matt Hughes macht aus diesem Deck einen prachtvollen Blickfang. Dazu kommen zwei zusätzliche Karten. Eine reizvolle Wahl, wenn dich kunstvolle Details begeistern und dein Tarot auch optisch Eindruck machen darf.
5. The Illuminated Tarot: doppelt einsetzbar
Caitlin Keegans Deck umfasst 53 Karten. Einige übernehmen gleichzeitig Aufgaben aus der Großen und Kleinen Arkana, sodass beide Bereiche vertreten bleiben. Außerdem kannst du das Set als Spielkarten verwenden, etwa für Poker. Praktisch, wenn du Vielseitigkeit liebst.
6. The Luna Sol Tarot: sanfte Bilder, große Vielfalt
Eine weiche Farbpalette prägt The Luna Sol Tarot. Menschen unterschiedlicher Hautfarben, Altersgruppen und Körperformen bringen Vielfalt in die Motive. Die Grundlage bleibt Rider-Waite-Smith – hier bekommst du eine moderne Interpretation mit bewusst warmer Ausstrahlung.
7. The Good Karma Tarot: Orientierung für deinen Einstieg
Kerry Wards Deck richtet sich an Anfänger, seine charmanten Illustrationen können aber ebenso Fortgeschrittene ansprechen. Im Mittelpunkt steht persönliche Orientierung: etwa wenn du über berufliche Möglichkeiten nachdenkst, Beziehungsfragen sortierst oder dein Bauchgefühl besser verstehen möchtest.
8. Tattoo Tarot: Ink & Intuition: markante Motive
Dieses Deck von Diana McMahon-Collins übersetzt vertraute Rider-Waite-Smith-Symbole in klassische Tattoo-Ästhetik. Wenn dich dieser Zeichenstil packt, bekommst du nicht nur Tarotbilder, sondern womöglich auch Inspiration für Tattoos, Kleidung oder Frisuren.
9. True Heart Intuitive Tarot: deinem Eindruck vertrauen
Schauspielerin und Tarot-Leserin Rachel True stellt intuitives Deuten in den Vordergrund. Das Begleitbuch verbindet persönliche Erinnerungen mit Anleitungen. Statt ausschließlich Bedeutungen auswendig zu lernen, beschäftigst du dich damit, was die Kartenbilder in deinen Gedanken auslösen.
10. Star Spinner Tarot: fantastische Vielfalt
Comic-Künstler Trung Le Nguyen, bekannt als Trungles, bevölkert dieses Deck mit Feen, Meerjungfrauen und weiteren Fantasiewesen. Mehrere Varianten der Liebenden spiegeln unterschiedliche sexuelle Orientierungen und romantische Ausdrucksformen wider. Ein bildstarker Tipp für Comic-Fans.
11. Neo Tarot: kleine Impulse zur Selbstfürsorge
Jerico Mandyburs Neo Tarot kombiniert farbenfrohe, vielfältige Figuren mit einem ausführlichen Begleitbuch. Zu jeder Karte gibt es eine Anregung für Selbstfürsorge. Bei den Vier der Stäbe kann das beispielsweise bedeuten, etwas Süßes zu backen.
12. The Tazama African Tarot: Geschichte in Collagen
Die kenianische Collage-Künstlerin Safara Wanjagi verbindet historische Bilder mit afrikanischer Herkunft und Tradition. Herausgegeben wird das Deck von Abusua Pa, einem Verlag in Schwarzer Inhaberschaft. „Tazama“ stammt aus dem Swahili und bedeutet „sehen“.
13. She Wolfe Tarot: kraftvolle Bildwelten
Devany Amber Wolfe verknüpft Göttinnenmotive, altägyptische Anspielungen und nostalgische Wüstenbilder. Vielfältige Menschen und psychedelische Gestaltung prägen dieses feministisch ausgerichtete Deck. Hier findest du eine ausgesprochen eigenständige Ästhetik statt zurückhaltender Standardmotive.
14. El Tarot Deck: Millennial Lotería Edition
Mike Alfaro verbindet Tarot mit dem Spiel Lotería und würdigt Latinx-Kultur. Das Begleitbuch setzt auf Selbstreflexion, Herkunft und Inspiration für persönliche Ziele. Humor gehört dazu; eine festgeschriebene Zukunft steht ausdrücklich nicht im Mittelpunkt.
15. OK Tarot: radikal reduziert
Rosa, schlicht und auf wesentliche Bildbestandteile konzentriert: Adam J. Kurtz verzichtet auf üppige Szenen. Die Zeichnungen erinnern an Stick-and-Poke-Tattoos. Wenn dich komplexe Bildwelten eher ablenken, könnte gerade diese klare Gestaltung deinen Geschmack treffen.
16. Kaleidadope Tarot: vertraute Symbole, neuer Look
Krystal Banner verbindet die Rider-Waite-Smith-Grundlage mit Farbe, kultureller Vielfalt und modernen Alltagsmotiven. In der Kelch-Reihe erscheinen beispielsweise ein roter Partybecher und eine gemusterte Kaffeetasse. Das bringt vertraute Gegenstände auf deinen Kartentisch.
17. The Black Power Tarot: Persönlichkeiten als Archetypen
King Khan und Illustrator Michael Eaton orientieren sich am Tarot de Marseille. Ihr Deck enthält 25 Karten mit Persönlichkeiten Schwarzer Geschichte und Kultur: Richard Pryor verkörpert den Narren, Marie Laveau die Hohepriesterin, Eartha Kitt die Gerechtigkeit.
18. Spirit Speak Tarot: ausdrucksstark in Schwarz-Weiß
Mary Elizabeth Evans interpretiert Rider-Waite-Smith mit Motiven im Folk-Art-Stil. Die schwarz-weißen Karten bleiben bewusst schlicht und leicht zugänglich. Damit ist Spirit Speak eine interessante Option, wenn du einsteigerfreundliche Bilder ohne leuchtendes Farbspektakel suchst.
19. Tarot of the Divine: Geschichten entdecken
Yoshi Yoshitani schöpft aus Märchen, Folklore und spirituellen Überlieferungen verschiedener Kulturen, darunter China, Japan, Peru und die Māori-Tradition. Die detailreichen Illustrationen begleitet ein Buch, das Hintergründe und Bedeutungen der dargestellten Erzählungen erläutert.
20. Everyday Tarot Mini Tarot Deck: klein und praktisch
Das kompakte Deck von Biddy-Tarot-Gründerin Brigit Esselmont passt in Tasche oder Handtasche. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf praktischer Selbstreflexion. Wenn du deine Karten gern mitnehmen möchtest, bietet dir dieses Mini-Format eine handliche Möglichkeit.
Dein Deck muss zu dir passen
Ob Klassiker, Collagen oder knalliges Rosa: Wähle Karten, mit denen du dich gern beschäftigst. Nutze das Begleitbuch und gib deinen eigenen Eindrücken Raum. Tarot muss dir keine fertigen Antworten liefern – manchmal ist eine neue Frage der spannendere Gewinn.