Deine Übersicht der Tarotkarten und die Bedeutung der Großen & Kleinen Arkana

Neubeginn, schwere Entscheidung oder der Wunsch nach Klarheit: Tarotkarten faszinieren mit ihrer geheimnisvollen Bildsprache. Doch wie findest du dich zwischen all den Symbolen zurecht? Die 78 Karten teilen sich in Große und Kleine Arkana auf. Hier erfährst du, wie beide zusammenhängen, welche Bedeutungen den Karten zugeschrieben werden und wie du deinen persönlichen Zugang findest.
So ist dein Tarotdeck aufgebaut
Ein typisches Tarotdeck besteht aus 78 Karten: 22 gehören zur Großen Arkana, 56 zur Kleinen Arkana. Die Große Arkana steht für bedeutende Lebensthemen und Wendepunkte. Die Kleine Arkana greift alltägliche Erfahrungen auf: Gefühle, Entscheidungen, Beziehungen oder materielle Fragen.
Ursprünglich dienten Tarotkarten auch als Spielkarten, etwa für Tarocchini, Königrufen und jeu de tarot. Heute werden sie häufig genutzt, um die Gegenwart zu betrachten oder mögliche Entwicklungen zu deuten. Dabei kannst du sie als Orientierungshilfe verstehen.
Große Arkana: 22 Karten für große Lebensthemen
Von 0 bis 21 nummeriert, erzählt die Große Arkana sinnbildlich eine Lebensreise. Sie beginnt mit dem Narren und seinen offenen Möglichkeiten. Jede Karte besitzt eine aufrechte und eine umgekehrte Bedeutung. Die umgekehrte Lage ist dabei nicht automatisch negativ: Sie kann beispielsweise auch Befreiung ausdrücken.
- 0 – Der Narr: Aufrecht: Neubeginn, Spontaneität, Vertrauen und Unbefangenheit. Umgekehrt: Leichtsinn, unüberlegte Entscheidungen und Chaos.
- 1 – Der Magier: Aufrecht: Können, Willenskraft, Konzentration und Umsetzung. Umgekehrt: schlechte Planung, Manipulation, Gier und Unzuverlässigkeit.
- 2 – Die Hohepriesterin: Aufrecht: Intuition, Wahrheit und Unterbewusstsein. Umgekehrt: unterdrückte Gefühle, Frustration, innere Blockaden und Geheimnisse.
- 3 – Die Herrscherin: Aufrecht: weibliche Energie, Kreativität und Mütterlichkeit. Umgekehrt: Unsicherheit, fehlendes Wachstum und kontrollierendes Verhalten.
- 4 – Der Herrscher: Aufrecht: Stabilität, Kontrolle, Disziplin und väterliche Führung. Umgekehrt: Starrsinn, Unbesonnenheit und mangelnde Selbstkontrolle.
- 5 – Der Hierophant: Aufrecht: Tradition, Religion, Verbindlichkeit und Anpassung. Umgekehrt: Freiheit, hinterfragte Traditionen und veränderte Rollen.
- 6 – Die Liebenden: Aufrecht: Liebe, Harmonie, Anziehung und ergänzende Energien. Umgekehrt: Ungleichgewicht, Bindungsscheu, Kühle und Scheitern.
- 7 – Der Wagen: Aufrecht: Erfolg, Ausdauer, Ehrgeiz und überwundene Hindernisse. Umgekehrt: Orientierungslosigkeit, fehlende Willenskraft und Kontrollverlust.
- 8 – Die Kraft: Aufrecht: innere Stärke, Mut, Tapferkeit und Mitgefühl. Umgekehrt: fehlendes Selbstvertrauen, Verletzlichkeit und Unsicherheit.
- 9 – Der Eremit: Aufrecht: Innenschau, innere Führung und spirituelle Erkenntnis. Umgekehrt: Isolation, Einsamkeit und Rückzug.
- 10 – Das Rad des Schicksals: Aufrecht: Glück, Seelenverbindung und lohnende Wagnisse. Umgekehrt: Missverständnisse, Unterbrechungen und Verzögerungen.
- 11 – Die Gerechtigkeit: Aufrecht: Fairness, Wahrheit, Ehrlichkeit und Ausgleich. Umgekehrt: Unehrlichkeit, ungerechte Behandlung und Ungleichgewicht.
- 12 – Der Gehängte: Aufrecht: Ungewissheit, Hingabe und fehlende Richtung. Umgekehrt: Unentschlossenheit, Stillstand, Gleichgültigkeit und Widerstand.
- 13 – Der Tod: Aufrecht: Neubeginn, Übergang und tiefgreifender Wandel. Umgekehrt: Festhalten, Veränderungswiderstand und hinderliche Muster.
- 14 – Die Mäßigkeit: Aufrecht: Balance, innerer Frieden und Seelenverbindung. Umgekehrt: Chaos, Engstirnigkeit und fehlende Anteilnahme.
- 15 – Der Teufel: Aufrecht: Unehrlichkeit und fragwürdiges Verhalten. Umgekehrt: Unabhängigkeit, Freiheit und neue Einsicht.
- 16 – Der Turm: Aufrecht: Chaos, Umbruch und überraschende Veränderung. Umgekehrt: vermiedener Wandel und hinausgezögerte Entwicklungen.
- 17 – Der Stern: Aufrecht: Hoffnung, Vertrauen, Kreativität und Inspiration. Umgekehrt: fehlende Verbundenheit, Hoffnungslosigkeit und ausbleibende Ideen.
- 18 – Der Mond: Aufrecht: Unklarheit, Täuschung, Geheimnisse und Unsicherheit. Umgekehrt: unterdrückte Gefühle, aufkommende Wahrheit und Klarheit.
- 19 – Die Sonne: Aufrecht: Selbstvertrauen, Glück, Wahrheit, Erfolg und Zuversicht. Umgekehrt: Gleichgültigkeit, Pessimismus und Überheblichkeit.
- 20 – Das Gericht: Aufrecht: Selbsterkenntnis, Vergebung, Neubeginn und Abschluss. Umgekehrt: Unentschlossenheit, Selbstablehnung und Schuldzuweisungen.
- 21 – Die Welt: Aufrecht: Vollendung, Erfüllung, Schöpfung und Erfolg. Umgekehrt: Scheitern, Verlust, Stillstand und Trägheit.
Lass dich von dramatischen Kartennamen nicht vorschnell verunsichern. Der Tod beschreibt hier beispielsweise einen Übergang: Ein Kapitel endet, damit etwas Neues beginnen kann. Der Wagen erinnert dagegen daran, dass Erfolg Einsatz verlangt. Entscheidend ist, welches Thema du in deiner Situation wiedererkennst.
Kleine Arkana: 56 Karten für deinen Alltag
Die Kleine Arkana gliedert sich in vier Farben mit jeweils 14 Karten: Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen. Jede Farbe enthält zehn Zahlenkarten sowie Bube, Ritter, Königin und König. Die folgenden Stichworte geben dir einen kompakten Einstieg in ihre Bedeutungen.
Stäbe: Leidenschaft, Wille und Tatendrang
Die Stäbe gehören zum Element Feuer. Sie stehen für Inspiration, schöpferische Energie und Ehrgeiz, können aber auch fehlende Orientierung sichtbar machen.
- Ass der Stäbe: Ein neuer Anfang.
- Zwei der Stäbe: Die Lebensrichtung überdenken.
- Drei der Stäbe: Den Blick nach vorn richten.
- Vier der Stäbe: Feiern und Sicherheit.
- Fünf der Stäbe: Wettbewerb und Konkurrenz.
- Sechs der Stäbe: Sieg und Erfolg.
- Sieben der Stäbe: Die Kontrolle bewahren.
- Acht der Stäbe: Schnell entscheiden.
- Neun der Stäbe: Widerstandskraft zeigen.
- Zehn der Stäbe: Etwas vollbringen.
- Bube der Stäbe: Entdeckungslust und Freiheit.
- Ritter der Stäbe: Abenteuerlust und Tatkraft.
- Königin der Stäbe: Konzentration und Mut.
- König der Stäbe: Reife und Furchtlosigkeit.
Kelche: Gefühle, Nähe und Fantasie
Die Kelche sind dem Wasser zugeordnet. Sie beleuchten Intuition, Kreativität und verborgene Gefühle. Beziehungen, Vorstellungskraft und Fantasie stehen hier besonders im Mittelpunkt.
- Ass der Kelche: Deiner Intuition folgen.
- Zwei der Kelche: Verbindung und Zusammengehörigkeit.
- Drei der Kelche: Freundschaft und Feiern.
- Vier der Kelche: Fehlende Verbundenheit.
- Fünf der Kelche: Kummer und Verlust.
- Sechs der Kelche: Wieder nach vorn gehen.
- Sieben der Kelche: Die eigene Lebensaufgabe.
- Acht der Kelche: Vergangenes hinter dir lassen.
- Neun der Kelche: Emotionale Stabilität.
- Zehn der Kelche: Erfüllung und Glück.
- Bube der Kelche: Unbefangenheit und inneres Kind.
- Ritter der Kelche: Romantik oder Enttäuschung.
- Königin der Kelche: Trost und Geborgenheit.
- König der Kelche: Mitgefühl zeigen.
Schwerter: Gedanken, Wahrheit und Konflikte
Zum Element Luft gehören die Schwerter. Sie betreffen Logik, Kommunikation und dein Verhalten: Wie reagierst du auf Situationen, und was hält dich zurück?
- Ass der Schwerter: Klarheit gewinnen.
- Zwei der Schwerter: Zwischen Entscheidungen feststecken.
- Drei der Schwerter: Herzschmerz und Kummer.
- Vier der Schwerter: Meditation und Ruhe.
- Fünf der Schwerter: Feindseligkeit und Ehrgeiz.
- Sechs der Schwerter: Nach vorn gehen.
- Sieben der Schwerter: Täuschung und Heimlichkeit.
- Acht der Schwerter: Dich machtlos fühlen.
- Neun der Schwerter: Sorgen und Ängste.
- Zehn der Schwerter: Niederlage und Selbstsabotage.
- Bube der Schwerter: Innere Unruhe.
- Ritter der Schwerter: Impulsives Handeln.
- Königin der Schwerter: Intelligenz und Klarheit.
- König der Schwerter: Kontrolle und Disziplin.
Münzen: Sicherheit, Beruf und materielle Wünsche
Die Münzen entsprechen dem Element Erde. Sie richten deinen Blick auf Finanzen, Sicherheit, Natur und langfristige Entwicklungen rund um Beruf, Zuhause und persönliche Ziele.
- Ass der Münzen: Neue Möglichkeiten.
- Zwei der Münzen: Veränderungen erleben.
- Drei der Münzen: Gemeinsam zusammenarbeiten.
- Vier der Münzen: Sparsamkeit und Begrenzungen.
- Fünf der Münzen: Unsicherheit empfinden.
- Sechs der Münzen: Großzügigkeit zeigen.
- Sieben der Münzen: Fleiß und harte Arbeit.
- Acht der Münzen: Leidenschaft entwickeln.
- Neun der Münzen: Luxus oder Leichtsinn.
- Zehn der Münzen: Privilegien und Wohlstand.
- Bube der Münzen: Wünsche und Lernen.
- Ritter der Münzen: Verantwortung und Vorsicht.
- Königin der Münzen: Finanzielle Sicherheit.
- König der Münzen: Fülle und Überfluss.
So findest du dein Deck und deutest die Karten
Ob klassisch oder modern: Wähle Bilder, die dich ansprechen, und achte auf gute Materialqualität. Berücksichtige außerdem deine Erfahrung und die Komplexität des Decks. Das Universal Waite zählt zu den bekannten Varianten. Und ja: Du darfst dein Deck selbst kaufen; die gegenteilige Behauptung ist lediglich Hörensagen.
Kläre vor einer Legung, was du verstehen möchtest. Lerne anschließend die Kartenbegriffe und verbinde sie mit deiner Situation. Betrachte nicht nur einzelne Symbole: Reihenfolge, Nachbarkarten und Kombinationen ergeben gemeinsam die Geschichte. Dieselbe Karte kann dadurch für unterschiedliche Menschen unterschiedliche persönliche Bezüge haben.
Dein Einstieg: verstehen statt vorschnell urteilen
Du musst nicht sofort jede Bedeutung auswendig kennen. Beginne mit dem Aufbau des Decks, unterscheide große Lebensthemen von Alltagsfragen und betrachte die Karten im Zusammenhang. Mit wachsender Vertrautheit kannst du ihre Symbolsprache sicherer einordnen. Nutze sie als Anstoß zum Nachdenken und vertraue dabei auch deiner eigenen Wahrnehmung.